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Archiv der Kategorie ‘Bloggerlife’



Donnerstag, 8. Januar 2009

Blogger vs. WordPress

Als ich kürzlich einen Eintrag per MMS an meinen Blog sendete, staunte ich nicht schlecht, als ich diesen später online nicht finden konnte. Schuld daran war mein Blog-Service Blogger. Mein Eintrag wanderte zwar in die Entwürfe, jedoch nicht auf meinen Server. Genau das selbe passierte mit jedem neuen Eintrag, den ich versuchte zu veröffentlichen. Grund waren urplötzlich auftretende FTP-Probleme – selbstverständlich funktionierte der FTP-Account aber problemlos – die sich erst durch ein Neuerstellen des Zugriffs lösen liessen. Ein passender Moment, um über einen Wechsel des Blogsystems nachzudenken.

Als Erstes fiel mir da natürlich WordPress ein – die wohl verbreiteste Blogsoftware. Das letzte Mal, als ich dieses System aufzusetzen versuchte, kam ich allerdings nicht besonders weit, da ich anstelle der Installationsseite nur eine weisse, leere Fläche zu Gesicht bekam – ohne Fehlermeldung, ohne nichts. Etwas Googeln brachte mir die Information, dass diese “Blank Page of Death” willkürlich und aus diversen Gründen auftreten kann. Das wars damals mit WordPress.

In der Zwischenzeit – so dachte ich mir – gibts aber sicher eine neue Version, in der solche Fehler behoben wurden. Ich zog mir also die 2.7 und versuchte es noch einmal. install.php eintippen, Augen schliessen, Enter drücken, Augen langsam öffnen und – oha – “Willkommen zur WordPress-Installation!”. Innerhalb weniger Minuten war das System aufgesetzt und ich schaute mich etwas im Admin-Bereich um, der mir sofort sympathisch war. Bereits in Gedanken Zeit einteilend, in der ich das Template anpassen konnte, versuchte ich, meine Blogger-Posts zu importieren.

Um diesen Importer zu nutzen, musst du ein Google-Benutzerkonto und ein aktualisiertes Blog unter Blogspot oder einer angepassten Domain haben (kein FTP).

Hmm. Also schnell Blogger auf Blogspot umstellen, den Blog dort neu veröffentlichen und nochmals versuchen. Siehe da, die 100 Posts werden erkannt. Nun brauche ich also nur noch den “magischen Button” zu drücken und ich könnte mich von Blogger verabschieden. Klick. Klick. Nochmalsklick. Nichts. Keine Meldung, kein Import. Einfach nichts passierte.

Naja, das Problem wird sich wohl anders lösen lassen, schauen wir uns erst einmal das wichtigste Werkzeug an – den Texteditor. Schaut nicht schlecht aus. Aber nanu, wie kann man denn den Text formatieren, Bilder einfügen, Links erstellen? Fehlen da nicht ein paar Schaltflächen?

Und der einzige vorhandene Button liess sich genau so wenig anklicken wie der “magische” Importierknopf. Ich gab erneut auf. WordPress gewinnt gegen Blogger, Blogger gewinnt gegen WordPress.

Dienstag, 6. Januar 2009

Der gläserne Mensch

Beim standardmässigen Überfliegen meines Kontoauszuges stolperte ich dieses Mal aus Versehen über folgende Zeilen:

DIE ZIFF. 11 IN DEN AGB’S HAT SICH GEAENDERT. PER 1.1.09 SIND WIR VERPFLICHTET, IM ZAHLUNGSVERKEHR FOLGENDE DATEN WEITERZULEITEN: KONTOINHABER UND KONTONUMMER
DIE NEUEN AGB’S SIND IM INTERNET ODER AM SCHALTER EINSEHBAR.

Neugierig wie ich bin, schaute ich mir diesen neuen Absatz doch gleich mal an.

Für die Abwicklung des in- und ausländischen Zahlungsverkehrs werden unter anderem Name, Adresse und Kontonummer des Auftraggebers angegeben. [...] Der Kunde nimmt zur Kenntnis, dass ins Ausland übermittelte Zahlungsverkehrsdaten nicht mehr durch das schweizerische Recht geschützt sind. Speziell im Rahmen der internationalen Terror- und Geldwäschereibekämpfung können ausländische Gesetze und Regulierungen die Weitergabe dieser Daten an Behörden oder andere Dritte vorsehen.

Ein weiteres kleines Zeichen, dass so etwas wie Privatsphäre und Datenschutz je länger je mehr nicht mehr existiert. Nicht, dass mich das stört. Als Blogger, Googler mit Account, Cumulus- und Kreditkartenbestizer und Facebooknutzer mit öffentlichem Profil bin ich mir schon lange im klaren, nichts weiteres als ein gläserner Mensch zu sein. Schon mit einer kleinen Suchanfrage kann jeder beliebige Mensch auf dieser Welt bereits tief in mein Leben eintauchen. Mit ein paar Telefonanrufen wären sicherlich noch viel mehr Informationen erhältlich, geschweige denn von einem Angriff auf bestimmte Datenbanken.
Hat es überhaupt noch einen Sinn, sich über Datenschutz Sorgen zu machen? Dienen solche Debatten nicht nur noch dazu, etwas, das in Wirklichkeit schon lange nicht mehr existiert, schön zu reden? Jede Wette, dass genau diese Menschen, die sich darüber aufregen, keine Privatsphäre mehr zu besitzen, bei jedem Einkauf ihre Supercard zücken und obengenannte Zeilen desinteressiert überfliegen…

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