Blog Fotografie Webdesign Info

Archiv vom Oktober 2011



Dienstag, 25. Oktober 2011

Halbzeit

Unglaublich, die Zeit scheint nur so zu fliegen. Gestern habe ich mein zweites Quartal und somit auch die zweite Hälfte meines Aufenthaltes hier in Schweden angefangen. Vorher hiess es aber erst einmal, die freie Zeit zu geniessen. :) Am Dienstag fuhr ich mit dem Bus ins anderthalb Stunden entfernte Linköping um einen Kollegen zu besuchen und mir einmal anzusehen, wie es sich etwas östlicher so lebt und studiert. Natürlich habe ich mir dafür den einzigen regnerischen Tag der Woche ausgesucht, ansonsten war dies aber ein sehr witziger Tag.

Am Donnerstag machte ich mich dann auf in den Süden in die drittgrösste Stadt Schwedens: Malmö. Die Hafenstadt am Öresund fällt besonders durch die meiner Meinung nach gelungene Mischung aus alter und sehr moderner Architektur auf. Jedenfalls gefiel mir Malmö einiges besser als beispielsweise Göteborg. Beim Herumschlendern kam ich an der Oper von Malmö vorbei und kam dort nicht um die Werbung herum, dass dort zurzeit das Musical Les Misérables spielt. Es klang natürlich schon verlockend, sich die schwedische Version (!) meines Thuner-Seespiele-Musicals anzusehen. Und spätestens als ich herausfand, dass Studenten auf sämtlichen Tickets 50% erhalten, war klar, dass ich mir das Stück zu Gemüte führen musste. Verstanden habe ich natürlich nicht besonders viel, was aber nichts ausmachte, da ich die Texte beinahe auswenig kenne. :D

Pflichtprogramm aus der Skåne-Hauptstadt ist natürlich auch ein Ausflug ins Universitätsstädtchen Lund. Eine sehr charmante Ortschaft – ich könnte mir also definitiv vorstellen, dort etwas zu studieren. :D Ansonsten genoss ich das herrliche Herbstwetter während des Stadtentdeckens, bevor ich mich am Samstag wieder auf den Weg nach Jönköping machte. Am Sonntag haben wir – ebenfalls bei perfektem Wetter – zu viert ein Auto gemietet und uns auf eine Tour rund um den Vätternsee aufgemacht. Nach einigen Stadtschwierigkeiten (eine gesperrte Strasse ohne Umleitung, ein Wagen ohne das bestellte Navigationsgerät und fehlende detaillierte Karten wirken doch etwas gar unschwedisch organisiert :)) kamen wir gut voran und gönnten uns am Nordende des Sees eine Pizza. Nach etlichen windigen und sonnigen Zwischenhalten trafen wir pünktlich zum Einbruch der Nacht wieder in Jönköping an, wo wir uns noch ein gemütliches Ausklingen der unterrichtsfreien Zeit gönnten. :)

Montag, 17. Oktober 2011

Herbstwetter

Ferien. :) Wenn die eigene Prüfung die erste der ganzen Prüfungssession ist, hat das auch seine Vorteile. Zwar war der Zeitdruck etwas höher, dafür konnte ich am Samstag um ca. 10 Uhr meine erste Prüfungssession als einer der Ersten – wenn nicht als der Erste – abschliessen. Und nun, während andere noch fleissig am lernen sind, meine freie Zeit geniessen.

Vergangene Woche fand hier das Jönköping Filmfestival statt. Neben Filmen fand sich im Programm auch ein Projekt, dass sich doch ganz interessant anhörte. “A Wall is a Screen” projiziert auserwählte Kurzfilme an Gebäudewände – und zwar jeden Film an einem anderen Ort. Beamer, Lautsprecher und Zuschauer wurden einfach mitgenommen und an einer anderen Stelle in der Stadt kurzerhand wieder platziert. Das Sahnehäubchen auf dieser Idee ist zudem, dass die Filme einen Bezug zum Projektionsort haben. So wurde ein Gruselfilm beispielsweise in der dunklen Einfahrt einer Tiefgarage vorgeführt. Einziges Problem war, dass an diesem Tag die Temperaturen hier markant nach unten gesprungen sind. Und da ich den ganzen Tag am lernen war, habe ich dies natürlich nicht wirklich mitbekommen und mich entsprechend auch nicht auf Minustemperaturen (!) eingestellt. Naja, gelohnt hat es sich trotzdem. :)

Ansonsten durfte ich feststellen, dass ich zu der Kategorie Menschen gehöre, die sich aus “The Tree of Life” keinen Reim machen können und dass in unsere Sauna mehr Leute passen, als man ihr anfangs zutraut. :D Und da sich das Wetter wieder dazu entschieden hat, etwas wärmer zu werden, und mir auch einen wunderbaren Herbsttag ausserhalb der Lernsession zu gönnen, nutzte ich dies natürlich und erkundete etwas die nähere Umgebung. Mal schauen, wie lange das noch ohne Frostbeulen möglich ist. :)

Dienstag, 11. Oktober 2011

Busgeschichten

Da mich ca. zehn Minuten Busfahrt vom Stadtzentrum (und somit auch von meiner Uni) trennen, bin ich natürlich regelmässig in der entsprechenden Linie 1 anzutreffen. Und Reisen mit dem öV bringt einen auch in Schweden die eine oder andere interessante Situation. So beispielsweise letzten Samstag, als ich mich auf den Weg zu meiner Schwedischprüfung machte. Wie immer bei Prüfungen beschloss ich, einen Bus früher zu nehmen – sicher ist sicher und ausserdem habe ich dann noch gemütlich Zeit für einen Kaffee. An der Bushaltestelle fand ich dann allerdings weder Bus noch irgendwelche Menschen vor. Hm. Komisch. Ein Blick auf die Abfahrtsanzeige und ich realisierte blitzartig was los war: Es war Samstag! 25 Minuten bis zum nächsten Bus! Ich sollte also zu spät zu meiner ersten Prüfung kommen – und der Bus stand tatsächlich noch an der nächsten Haltestelle… Ich beschloss ein paar Stationen zu gehen um nicht herumsitzen zu müssen. Als der Bus dann immer noch stand, beschloss ich es zu versuchen und rannte los. Und tatsächlich konnte ich noch reinhüpfen – der Bus hatte Probleme mit den Türen und stand schon 10 Minuten da. Mit diesem Riesenglück schaffte ich es also doch noch pünktlich zur Prüfung. Allerdings ohne Kaffee, schliesslich war ja Samstag… (Wer kommt eigentlich auf die Idee, an Wochenenden Prüfungen zu veranstalten?)

Und auch im sonst so gesitteten Schweden kanns mal vorkommen, dass sich einige vermutlich nicht ganz unberauschte, ältere Herren in die Haare geraten und anschliessend vom Busfahrer aus dem Bus geworfen werden. Immerhin etwas Action auf der Heimfahrt. Heimfahrt übrigens von einer Movie Night an der The Lion King gezeigt wurde – diesen Klassiker und Kindheitslieblingsfilm wieder einmal zu sehen (und zu hören) war doch etwas Spezielles. :)

Ansonsten gibt es nicht viel Neues, da Intensivlernwoche. Noch vier Tage. :]

Donnerstag, 6. Oktober 2011

Kanelbulle

Letzten Mittwoch stand die erste notenrelevante Aufgabe an: Es galt einen kurzen Text in schwedisch zu schreiben – unter Zeitdruck und ohne Wörterbuch oder Google Translator. So wurde mit sehr beschränktem Vokabular also etwas herumgebastelt und einigermassen sinnvolle Sätze gebildet. Glücklicherweise funktionierte das gar nicht mal so schlecht – insbesondere, da in Norwegen natürlich keine Zeit zum Lernen blieb. :)

Aus diesem Grund versuchte ich den Rest der Woche etwas mit Lernen und Seminararbeit Schreiben aufzuholen, bis am Freitagabend Marlène hier in Jönköping ankam. Nach einer kleinen Stadtführung am Samstag und einem lustigen Abend machten wir uns am Sonntag Morgen mit dem Bus auf den Weg nach Göteborg. Das Städtchen an der Westküste kann zwar mit Stockholm nicht ganz mithalten, war aber doch ein gemütliches Plätzchen für ein Ferienwochenende voller Kletteräffchen, griechische Spezialitäten und Ramschläden. Jedenfalls solange man nicht von Hochdruckbohrern gestört wird. ;)

Am Dienstag war der 4. Oktober und da feiern die Schweden jedes Jahr einen interessanten Tag, den kanelbullens dag. Eine kanelbulle ist eine Zimtschnecke und die wohl bekannteste schwedische Süssigkeit. Habe ich eigentlich schon erwähnt, dass die Schweden Süsses lieben? Falls nicht, sollte dies nun klar sein – wer sonst würde Zimtschnecken einen Tag widmen? :) Nach einem fika - dem schwedischen “käfele” – am Flughafen, natürlich inkl. Bulle bzw. Muffin für mich als Nicht-Zimt-Liebhaber, hiess es dann schon wieder Abschied nehmen. Marlène flog zurück in die Schweiz und ich machte mich wieder auf den Weg nach Jönköping um dort gleich wieder in den Lernalltag zu fallen.

Dieser wurde gestern durch eine kleine Zaubershow sowie dem mittwochlichen Ausgang aufgelockert. Morgen steht unsere Projektpräsentation und am Samstag Morgen (!) meine Schwedischprüfung an. In diesem Sinne: Gute Nacht allerseits. ;)

  • Du schaust die im Moment das Archiv vom Oktober 2011 an.




  •  

    Feed abonnieren
    Per Mail abonnieren

    Powered by Wordpress
    blackfrog.ch - (cc) 2011 Sascha Hähni - Impressum / Disclaimer