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Archiv vom Januar 2009



Samstag, 31. Januar 2009

o o o o o

Es ist wieder Wochenende, obwohl ich gerade nicht besonders viel davon merke. Ich sitze nämlich immer noch (bzw. wieder, da mein “Wochenende” von Mittwoch bis Freitag dauerte) im Tessin auf unserer halbwegs funktionierenden Sondierstation. Nach einer langen Zugfahrt am Sonntag Abend wurden uns am Montag tatsächlich einige Leute abgezogen. Dafür wurden uns aber acht Nachrichteler zur Verfügung gestellt, welche die Wache übernahmen. Das war für mich natürlich gleich doppelt positiv, da wir zum einen diese unangenehme Aufgabe abschieben konnten und zum anderen dieses Detachement durch Kamerad Widmer geleitet wird – die nur im Militär auftretende Kaffeesucht zu zweit zu stillen macht eben einfach mehr Spass. ;)

Ansonsten verlief der Alltag hier gemütlich, auch wenn unsere Arbeit nicht besonders sinnvoll ist. Die Übermittlung des kompletten Datensatzes war wegen eines (seit Jahren bekannten jedoch niemals behobenen) technischen Defekts nicht möglich und das Faxen unserer Resultate wurde durch eine verkrustete Tintenpatrone, die so alt war, dass man im Fachhandel keinen Ersatz bekam, verunmöglicht. Später war auf unserem Rechner nur noch “o o o o o” sichtbar; ein Zeichen, dass man uns die Leitung abgeschaltet hatte. Die Begründung: Das System sei überlastet und man musste einige unwichtige Dienste rausschmeissen.

Die Woche ging aber – sicherlich auch wegen meines zentralen Urlaubs – sehr schnell vorbei, so dass wir morgen bereits wieder abbauen und zurück nach Aarburg verschieben werden. Dort sollen wir allerdings scheinbar für den Rest der Woche Wache schieben – nicht wirklich erfreuliche Neuigkeiten.

Donnerstag, 29. Januar 2009

Escape the room

Freunde von Knobeleien und Rätseln sollten sich unbedingt diese kleinen Spielchen anschauen, die mir gerade die Zeit rauben. Auch wenn die Seite komplett Japanisch (oder Chinesisch?) ist, ist das Spiel selbsterklärend: Bring dich aus dem Raum heraus!

Aber Achtung, wer jetzt denkt, man müsse nur schnell einen Schlüssel finden, um die verschlossene Tür zu öffnen, irrt. Die Rätsel und Kniffe haben es in sich, so dass man schnell einmal hängen bleibt. Für diesen Fall ein paar Tipps:

  • Item-Leiste oben ausblenden, damit sie keine Details verdeckt.
  • Den Raum aus allen Winkeln Milimeter für Milimeter nach neuen (z. T. gut versteckten) Gegenständen absuchen.
  • Alle Hinweise sind entweder englisch oder als Symbol gehalten. Japanische Notizen, Links oder Beetags sind nur Werbung.
  • Bei Licht im Dunkeln tappen bringt nichts, das geht auch ohne Raumbeleuchtung.
  • Wenn du das Rätsel einer Ziffer eines Zahlencodes nicht knacken kannst: Neun Möglichkeiten sind schnell durchprobiert. ;)

Noch nicht abgeschreckt? Dann schnapp dir Stift und Papier und versuche einen der insgesamt 4 Räume: http://709709.com/game/esk.htm. Viel Glück!

Mittwoch, 28. Januar 2009

Abrakadabra

Dank magischem Handauflegen durch wachtmeisterliches Widmer – mein neuer Topfavorit für the next Uri Geller – habe ich es nun doch geschafft, WordPress zu bezwingen. Woran es nun genau lag, kann wohl niemand sagen. Schlussendlich ist das aber auch egal, hauptsache ich habe endlich eine vernünftige Blogsoftware auf meinem Server laufen und bin nicht mehr von Blogger abhängig.

In einer Nacht- und Nebelaktion – sprich einer militärischen Nachtschicht ohne viel zu tun – passte ich das Template an und während beim Debuggen die Zeit wie im Fluge verstrich, nahm dieser Relaunch meines Blog nach und nach Kontur an. Äusserlich hat sich bis auf einige Änderungen in der Navigation nicht viel getan, allerdings fühle ich mich hinter der Bühne nun viel wohler.

Für dich als Leser hat sich nicht viel geändert. Die RSS-Adresse bleibt dieselbe und fast alle Dauerlinks funktionieren auch mit der neuen Plattform noch. Einzig Verlinkungen auf eine alte Label- oder Archivseite enden in 404.

Solltest du noch irgendwelche Fehler oder englische Sprachfetzen finden, wäre ich um eine kurze Mitteilung froh. ;)

Sonntag, 25. Januar 2009

55.066 d

Als ich gestern nach Hause kam, erwartete mich bereits ein verdächtig militärisch aussehendes Couvert. Es beinhaltete das Reglement 55.066 – Artilleriewetterdienst; ohne Begleitbrief, ohne Notiz. Danke schön lieber Staat, aber was genau soll ich jetzt damit?
Das Reglement beschreibt die Auswirkungen des Wetters auf die Geschossballistik, die ich höchstens aus dem Physikunterricht kenne und die Handhabung des “neuen” Peilers, den ich noch nie zu Gesicht bekommen habe. Naja, jemand hat entschieden, dass ich das Büchlein brauche, also werde ichs wohl auch benötigen…

Genau solche Entscheide haben auch meine zweite WK-Woche geprägt. Diese fing erst einmal mit einem ganzen Tag Herumliegen an, während die Soldaten einrückten und sich einrichteten. Am Abend watschelten dann tatsächlich beide Kompanien – mit Helm und Gewehr ausgerüstet – in 8er-Kollonnen über einen knöcheltief matschigen Fussballplatz, um sauber aufgereiht im Regen einem Major zuzuhören, der uns bestärken wollte, unsere Leistungsbezüger so zufrieden zu stellen, dass sie strahlen werden wie die Sonne auf unserem Badge…
Anschliessend übernahmen wir zur Nationalhymne aus einem Autoradio einen alten Lumpen mit Schweizerkreuz die Standarte, bevor wir uns zurück zur Unterkunft begaben.
Da am Dienstag das Schiessen angesagt war, welches wir Wachtmeister bereits letzte Woche über uns ergehen lassen durften, hatten wir wieder nichts zu tun und wurden zur Wache verdonnert.
Am Mittwoch dann der spannende Test: Funktioniert unsere Anlage dieses Mal? Zu meiner Überraschung funktionierte fast alles und wir konnten problemlos eine Sondierung starten. So brachen wir am Tag darauf ins Tessin auf, wo wir die Anlage an ihrem Einsatzort aufstellten. Natürlich funktionierte plötzlich ein Rechner nicht mehr, wäre sonst ja auch seltsam gewesen. Wortwörtlich eine Mücke aus einem Elefanten machte dann aber unsere Führung: die komplette 7.5-Tonnen-Anlage sollte wegen dieses defekten und nicht einsatzrelevanten Computers ersetzt werden – obwohl weder sicher war, dass der andere Peiler funktionieren würde noch der Transport ins Tessin auch nur annähernd mit den heiligen Umweltschutzgrundsätzen unserer Armee vereinbar wäre. Als unseren Vorgesetzten endlich klar gemacht werden konnte, dass sie wegen eines defekten Reifens doch auch nicht ihr ganzes Auto tauschen, war der neue Lastwagen natürlich bereits im Tessin. Immerhin haben wir nun ein Ersatzteillager.
Irgendwann lief das Ganze dann aber und wir konnten mit einem Minimum an Leuten einige Ballone steigen lassen, bevor wir die Woche mit einem Pizzaessen ausklingen liessen. Noch eine kurze Nacht dank KP-Wache und schon war für mich WK-Halbzeit. Am frühen Morgen brachen wir los, um die lange Heimfahrt anzutreten. Allerdings nicht in Ruhe, wurde uns doch per Telefon mitgeteilt, dass wir am Montag trotz Personalmangel noch mehr Leute abgeben müssten, weil sie – natürlich ausgerechnet während dem Einsatz und nicht etwa dann, wenn sie nicht dringend benötigt werden – einen Kurs belegen sollen…

Muss ich das Wort Chaosarmee noch in den Mund nehmen?

Samstag, 24. Januar 2009

Weissfahren

Zug fahren ist eine Sache, Billette lösen eine ganz andere. Nicht nur, dass mich häufiger ältere Leute um Hilfe mit den Automaten bitten – sei das nun wegen der neuen und nicht gerade vereinfachten SBB-Software, die einen seit Fahrplanwechsel die Finger wund tippen lässt, oder wegen unserem tollen Zonensystem – auch ich habe da als routinierter ÖV-Nutzer ab und zu meine Probleme.

So wollte ich letztens Samstags um halb eins nach Zürich Hardbrücke. Natürlich erfahre ich erst am Bahnhof, dass unser Schalter BLS-Kundencenter am Wochenende über Mittag geschlossen ist. Auch verfügt unsere Station (noch?) nicht über einen Touchscreen-Automaten, sondern über einen riesigen, blauen Kasten mit vielen Knöpfen. Hardbrücke gehört natürlich nicht dazu. Ich hatte also drei Möglichkeiten ohne eine 80 Franken-Busse ernsthaft zu riskieren: Bis Burgdorf lösen und dort den neuen Automaten benutzen, bis Zürich HB lösen und dort nochmals ein Billett beziehen oder letzteres ohne Billett ab Hauptbahnhof. (Für alle Nichtzürichkundigen: HB-Hardbrücke ist ca. 1 Minute Fahrt)

Als Geizkragen und Faulpelz erschien für mich Möglichkeit drei am passendsten, also wählte ich auf altmodische Weise mein Einfach-Halbtax-Billet nach Zürich. Ganze 19.50 Fr. kostet das liebe Stück. Der blaue Kasten nimmt übrigens nur Münzen und 20er-Noten und – wie sollte es auch anders sein – Geizkragen hatte natürlich nur ein grünes Scheinchen dabei. Also doch ein “Libero 2-Zonen-Ticket” (das natürlich für einmal nicht kontrolliet wurde) um mich während dem nächsten Umsteigen durchs Menü des Automaten wuseln zu können, der ganz nett auch mein Plastikgeld schluckte.

Immerhin kam ich nun ganz legal zu meiner Destination. Und nahm mir irgendwann auf der Fahrt vor, das nächste Mal mein Ticket online zu kaufen. Ob das in der Zwischenzeit wohl sogar via Handy geht?

Dienstag, 20. Januar 2009

Zeitvertrieb

Was macht eigentlich ein Wachtmeister im WK? Nun ja, wenn er nicht gerade den ganzen Tag herumliegt, sitzt er auch mal 2 Stunden neben einem Telefon, bewacht 3 Stunden einen Eingang oder steht 4 Stunden auf einem Parkplatz. Aber auch, wenn ein Tag so ausschaut, die Zeit bringen wir trotzdem irgendwie rum – sei es auch mit sinnlosen Blogeinträgen. Yes we can!

Samstag, 17. Januar 2009

Rechnungen

Warum nicht immer so?

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