Die Erlösung steht uns unmittelbar bevor! Nur noch eine winzige Woche im Zeichen der Materialrückgabe und wir habens geschafft. Endlich! Damit es aber so weit kommen konnte, mussten wir erst die letzte Woche, die Durchhalteübung, bestehen. Und diese war vor allem eins: absolut sinnlos!
Am Montag gings los mit Vorbereitungen. Wir hatten den ganzen Tag Zeit um das Material bereit zu stellen und unsere Packungen zu erstellen. Einen ganzen Tag? Jawohl, obwohl der Arbeitsaufwand vielleicht gerade mal knappe 2 Stunden betrug. Der Rest des Tages war herumliegen angesagt – absolut sinnlos!
Am Dienstag Morgen war Repetition einiger AGA-Themen angesagt. Wir Gruppenführer mussten also wieder einmal Lektionen halten, die wir bereits einmal hatten, die niemanden interessierten und deren Inhalt 90 % der Kompanie gar nicht mehr anwenden musste – absolut sinnlos!
Am Nachmittag hatten die meisten von uns keine Lektionen mehr und da niemand wusste, was läuft, legten wir uns hin und warteten darauf, geweckt zu werden. Um 17 Uhr wurden wir misstrauisch und erkundigten uns – man hatte die Hälfte der Gruppenführer einfach vergessen! Das zeigt wieder einmal deutlich, wie wichtig doch unsere Funktion ist…
Am Abend startete dann unsere Durchhalteübung FINALE. Die ganze Kompanie verschob nach Oberurnen in eine Lagerhalle für teure spezialbeschichtete Platten, wo wir unser Nachtlager errichteten. Leider war diese Halle nichts anderes als ein Zelt auf schiefem Boden, so dass wir am nächsten Morgen in vollgesogenen Schlafsäcken in einer riesigen Pfütze erwachten. Erkältete und demotivierte AdA waren die Folge dieser absolut sinnlosen Nacht.
Es ging weiter auf den uns Unteroffizieren bestens bekannten Flugplatz Mollis, wo wir einen der Hangare bezogen und jeder Zug sein Dispositiv aufstellte. Der Wetterzug erstellte wieder einmal Wetterbeobachtungen und Höhensondierungen, allerdings konnten diese Daten mangels Leitungen weder an die MeteoSchweiz noch sonst irgendwohin übertragen werden. Wir arbeiteten also umsonst – absolut sinnlos!
Wie nicht anders erwartet, ging man natürlich von einer C-Bedrohung aus, so dass die Bereitschaft ständig erhöht wurde und wir schlussendlich in Schutzmaske herumstanden. Weiter gings dann nach Frauenfeld, wo wir eine Ewigkeit warten mussten, bis wir den Schutzanzug durch den Korporal ausziehen lassen konnten. Allerdings mussten wir ihn anschliessend wieder einsammeln und zurück in den Rucksack verpacken – absolut sinnlos!
Die nächste Nacht verbrachten wir – ohne das jemand auch nur annährend eine Idee hatte, wies weitergehen wird – in irgend einer ungeheizten Halle bevor es dann eine erneute Verschiebung zum Start des Marsches gab. Nach einem Austicker unseres Herrn Major marschierten wir als letzer Zug los und fanden uns nach 30 Kilometern an Platz zwei wieder in Wallisellen. Zur Marschpackung gehörte wieder einmal unser (vergiftete) Schutzanzug, der Helm und was man sonst noch unbenötigt mit sich herumschleppt, um zusätzliches Gewicht auf den wohl unergonomisten Rucksack der Welt auszuüben. Reine Schickane und absolut sinnlos!
Nachdem unser Material dann aber retabliert war, konnten wir alle aufatmen: Die RS ist praktisch vorbei!
Es folge noch eine Übungsbesprechung mit einigen Kommentaren von Major Hackfresse (der meine Nerven seit der Beförderung zum Obergefreiten immer wieder strapaziert), die genau so sinnvoll waren, wie die Übung selbst.
Nach einem genialen Nachtessen wurde die Unterkunft noch zackig geputzt, bevor wir uns endlich schlafen legen und uns ins Wochenende träumen konnten.
Die Durchhalteübung hatte aus meiner Sicht nicht besonders viel mit Durchhalten zu tun. Wir hatten kaum etwas zu tun und mehr als genug Schlaf. Es war höchstens ein Durchhalten im Sinne von nicht kaputt zu gehen ab all der Sinnlosigkeit und all dem Warten, weil wieder einmal blankes Chaos herrschte. Die Übung war aber eine gute Repräsentation der Armee: chaotisch, ineffizient und absolut sinnlos.



Unglaublich. Absolut sinnlos! Ihr hend gnau de glich scheiss gmacht wie mir demfall.
[...] fand Gefallen am Schreiben und diese Plattform bot mir auch wunderbar die Gelegenheit, meinen Frust im Militär abzulassen. Wenn auch nicht unbedingt zu jedermanns Freude. Dazu gabs sogar den einten [...]