Noch sechs Wochen sinds bis zum 21. November. Eigentlich nicht mehr lange, doch frage ich mich immer mehr, ob ich das wohl noch durchhalte. Tag für Tag frühmorgens aufzustehen um mindestens 18 Stunden präsent zu sein ohne etwas sinnvolles zu machen. Und das ganze Woche für Woche – inzwischen 31 Stück ohne auch nur eine Woche Pause – mit jeweils viel zu kurzen Wochenende dazwischen, die hauptsächlich dazu benutzt werden, den Schlafmangel auszugleichen. Völlige Isolation vom normalen Leben um immer tiefer in einem Loch der Sinnlosigkeit zu versinken. Es handelt sich nur noch um einen Wettlauf: Was wird schneller sein – das langersehnte letzte Hauptverlesen oder mein psychischer Kollaps? Wir werdens sehen…
Jedenfalls stand diese Woche die Übung Zyklon an. Wir verschoben am Montag in die uns bereits bekannte Anlage Schmidrüti, um dort wieder einmal unsere Sondierstation sowie zwei Wetterbeobachtunsposten in der Nähe aufzubauen. Das verlief recht gut – jedenfalls bis mitten in der Nacht der Funkspruch des Herrn Adjutanten kam, der den von mir aufgestellten Posten an den von ihm angegebenen Koordinaten suchte. Meinen bereits im letzten Post erwähnten Kartenlesekünsten war es zu verdanken, dass ich den Posten ca. einen Kilometer neben den eingezeichneten Koordinaten im Feld eines fremden Bauern platziert hatte. *g* Nachdem wir dann auch gleich noch einen Start – wortwörtlich – völlig in den Wind geschossen haben, habe sogar ich es einmal geschafft, den Herrn Fachausbildner etwas aus seiner Ruhe zu bringen. ;)
Es ging weiter mit wenig Schlaf, hauptsächlich korrekten Meldungen und ausnahmsweise einmal reibungslos verlaufenden Sondierungen. Am Donnerstag gings zurück nach Dübendorf, wo der Ausgang auf uns wartete, den ich aber wegen Schlafmangel nur kurz genoss.
Der Freitag stand dann im Zeichen des Aufbaus für den Besuchstag. Wir stellten unsere komplette Anlage auf der TRK-Wiese auf und setzten einige wieder einmal völlig übertriebene Sicherheitsvorschriften des Schulkommandos um. Am Abend stand noch das Putzen der Kaserne auf dem Plan, bis dann am Samstag (!) Morgen der Besuchstag startete. Nach einem kurzen Feinschliff trafen auch schon die ersten Leute ein, die der Höflichkeit halber mal fragten, was wir denn da so machen. Ein völlig sinnloser Tag, an dem jede Gruppe ihre Dinge zeigte ohne einen Eindruck zu vermitteln, was wir wirklich machen. Ziel des Besuchstages war es, den Besuchern “einen Einblick in den militärischen Alltag zu gewähren”. Das gelang aber höchstens kurz vor HV, als plötzlich Stress, Ratlosigkeit und Chaos herrschte. Was soll man aber auch von einem Kommando erwarten, das nicht mal eine Broschüre ohne Schreibfehler auf der Titelseite hinbringt…




Sehr geehrter Herr Wm
Derjenige, der das Programm vom Besuchstag erstellt hat, kann sich mindestens in den vier Nationalsprachen verständigen und kommunizieren. Und Sie?
Ich teile die Meinung, dass mir im Leben korrektes Deutsch mehr nützt als Rätoromanisch. ;)