“Wachtmeister Hähni, ich gratuliere” – Mit diesen Worten übergab mir unsere Schulkommandantin gestern im Air Force Center in Dübendorf meine Beförderungsurkunde. Mit schmerzenden Füssen bedankte ich mich, meldete mich ab und begab mich zurück an meinen Platz, um den Rest der Feier und das anschliessende Wochenende abzuwarten. Nun ist also auch das 14 wöchige Praktikum beinahe vorbei und es wartet nur noch die VBA auf mich – Endspurt!
Bevor es aber gestern zu diesem Moment kommen konnte, musste erst eine intensive Woche überstanden werden. So begab ich mich am Montag Morgen mit der einen Hälfte der Rekruten nach Frauenfeld, wo wir noch einmal unsere Sondierstation in Betrieb nahmen und zwei Wetterballone steigen liessen. Am Dienstag fand dann die Ablösung statt und wir verschoben nach Andermatt, wo wir uns wieder in unserer Berghütte auf dem Gütsch einquartierten. Wie bereits beim letzten Mal fühlten wir uns dort oben sofort pudelwohl, so dass wir in einer sehr angenehmen Stimmung unsere Wettermeldungen absetzen konnten.
Am Mittwoch Nachmittag ging es dann zurück nach Dübendorf. Mir wurde genügend Zeit versprochen, um mich auf die Abschlussübung der Gruppenführer vorbereiten zu können, allerdings blieb nicht mehr viel davon übrig, nachdem sich der Fahrer erst verfahren hatte, anschliessend im Stau stecken geblieben ist und schlussendlich noch fast den Puch geschrottet hätte. In letzter Minute gelang es mir aber trotzdem, meine sieben Sachen zu packen, mich auf den Marsch vorzubereiten und pünktlich am Treffpunkt zu erscheinen.
Die Übung Terminato begann mit einer nie stattgefundenen Befehlsausgabe (:D), bevor wir losmarschierten und die ersten 30 Kilometer nach Hinwil zurücklegten. Die Stimmung war ausgezeichnet und mit jede Menge witzeln und lachen absolvierten wir die Strecke in souveränen fünfeinviertel Stunden. Nach einer halben Stunde Zeit für Verpflegung und Kleiderwechsel ging es weiter mit ABC-BG 4 erstellen. Zusätzlich zum Vollschutz zogen wir auch noch die Aufsätze für ein SIM-Gefecht an, bevor wir in engen Puchs auf unseren Spielplatz in Walenberg verschoben. Mit kompletter Packung liefen wir im BG4 bei kompletter Dunkelheit nochmals ca. 20 Minuten, bis wir uns auf dem Schiessplatz einquartieren konnten. Ich war in der Gruppe der Angreifer, welche die Gruppe der Verteidiger (welche mit Wärmebildgeräten, etc. ausgestattet einige Beobachtungsposten betrieb) möglichst unbemerkt auskundschaften sollte. Die restliche Zeit war Ruhezeit, so dass wir theoretisch 2 Stunden hätten schlafen können, was allerdings dank der Schutzmaske und den Sensoren der SIM-Westen praktisch unmöglich war. Um halb Sechs war Tagwache, die für uns das Abziehen des ABC-Schutzes und Morgenessen bedeutete. Nach einem halben Becher ungeniessbarem entkoffeinierten Kaffee begaben wir uns in Position um das Simulationsgefecht zu starten. Wir griffen die verteidigende Gruppe mehrmals an und versuchten ihre Festung einzunehmen – immer wieder eine spassige Angelegenheit, besonders mit den Nebelkörpern. :)
Weiter ging es mit dem Aufräumen des Schiessplatzes und der anschliessenden Verschiebung in ein Hallenbad. Dort durften wir einige Längen schwimmen und uns kurz etwas erholen. Nach einem leckeren illegalen Hot-Dog ging es weiter zurück nach Hinwil, wo eine “Überraschung” auf uns wartete. Das diese Überraschung glücken sollte, war spätestens klar, als zwei Schützenpanzer 2000 auf unserem Übungsgelände standen.
Mit den Panzern fuhren wir zum LBA Hinwil, wo uns eine kleine Führung erwartete, bevor wir wieder zurückfuhren und dabei gleich noch demonstriert bekamen, was passiert, wenn ein Panzer in einen Puch fährt. ;)
Dann hiess es Marschvorbereitungen treffen, Abendessen einnehmen und aufräumen. Wir verschoben kurz ins Dörfchen Girenbad, wo unser Rückmarsch starte. Dank meinen nicht vorhandenen Kartenlesekünsten liefen wir zuerst ein paar Leistungskilometer zusätzlich, bevor wir wieder auf der geplanten Strecke landeten. ^^ Der zweite Marsch verlief merklich ruhiger, da allen die Müdigkeit und die körperlichen Strapazen anzusehen war. Nach ca. der Hälfte hatte ich starke Fussschmerzen bei jedem Schritt, so dass die letzten 15 Kilometer alles andere als lustig waren. Beim letzten Verpflegungsposten – etwa 5 Kilometer vor der Kaserne – konnte ich glücklicherweise meinen Rucksack abgeben, was immerhin ein My Erleichterung verschaffte. Jetzt hiess es nochmals Zähne zusammenbeissen um schlussendlich um ca. 2 Uhr Morgens in die Kaserne einzumarschieren. Nun stand noch das Putzen des Gewehrs, der Schutzmaske und der Schuhe an, bevor wir endlich Duschen und einige Stunden schlafen konnten.
Um 8 Uhr war bereits wieder Tagwache. Das Aufstehen war ziemlich schmerzhaft, allerdings erwartete uns nun – wie bereits nach der ITT – ein Deluxe-Frühstück inkl. Rührei und Speck. Danach gings ans Aufräumen unserer Zimmer und anschliessend an die Hauptprobe unserer Beförderung. Nach dem Mittagessen spielten wir nochmals das Gröbste durch, bis um 14 Uhr dann die Feier startete. Resultat der elend langen Feier waren 5 neue Leutnants, 1 Hauptfeldweibel, 1 Fourier, 15 Wachtmeister und ein verlängertes Wochenende. Nur noch 8 Wochen…



