Archiv vom September 2008
Samstag, 27. September 2008
“Wachtmeister Hähni, ich gratuliere” – Mit diesen Worten übergab mir unsere Schulkommandantin gestern im Air Force Center in Dübendorf meine Beförderungsurkunde. Mit schmerzenden Füssen bedankte ich mich, meldete mich ab und begab mich zurück an meinen Platz, um den Rest der Feier und das anschliessende Wochenende abzuwarten. Nun ist also auch das 14 wöchige Praktikum beinahe vorbei und es wartet nur noch die VBA auf mich – Endspurt!
Bevor es aber gestern zu diesem Moment kommen konnte, musste erst eine intensive Woche überstanden werden. So begab ich mich am Montag Morgen mit der einen Hälfte der Rekruten nach Frauenfeld, wo wir noch einmal unsere Sondierstation in Betrieb nahmen und zwei Wetterballone steigen liessen. Am Dienstag fand dann die Ablösung statt und wir verschoben nach Andermatt, wo wir uns wieder in unserer Berghütte auf dem Gütsch einquartierten. Wie bereits beim letzten Mal fühlten wir uns dort oben sofort pudelwohl, so dass wir in einer sehr angenehmen Stimmung unsere Wettermeldungen absetzen konnten. Am Mittwoch Nachmittag ging es dann zurück nach Dübendorf. Mir wurde genügend Zeit versprochen, um mich auf die Abschlussübung der Gruppenführer vorbereiten zu können, allerdings blieb nicht mehr viel davon übrig, nachdem sich der Fahrer erst verfahren hatte, anschliessend im Stau stecken geblieben ist und schlussendlich noch fast den Puch geschrottet hätte. In letzter Minute gelang es mir aber trotzdem, meine sieben Sachen zu packen, mich auf den Marsch vorzubereiten und pünktlich am Treffpunkt zu erscheinen.
Die Übung Terminato begann mit einer nie stattgefundenen Befehlsausgabe (:D), bevor wir losmarschierten und die ersten 30 Kilometer nach Hinwil zurücklegten. Die Stimmung war ausgezeichnet und mit jede Menge witzeln und lachen absolvierten wir die Strecke in souveränen fünfeinviertel Stunden. Nach einer halben Stunde Zeit für Verpflegung und Kleiderwechsel ging es weiter mit ABC-BG 4 erstellen. Zusätzlich zum Vollschutz zogen wir auch noch die Aufsätze für ein SIM-Gefecht an, bevor wir in engen Puchs auf unseren Spielplatz in Walenberg verschoben. Mit kompletter Packung liefen wir im BG4 bei kompletter Dunkelheit nochmals ca. 20 Minuten, bis wir uns auf dem Schiessplatz einquartieren konnten. Ich war in der Gruppe der Angreifer, welche die Gruppe der Verteidiger (welche mit Wärmebildgeräten, etc. ausgestattet einige Beobachtungsposten betrieb) möglichst unbemerkt auskundschaften sollte. Die restliche Zeit war Ruhezeit, so dass wir theoretisch 2 Stunden hätten schlafen können, was allerdings dank der Schutzmaske und den Sensoren der SIM-Westen praktisch unmöglich war. Um halb Sechs war Tagwache, die für uns das Abziehen des ABC-Schutzes und Morgenessen bedeutete. Nach einem halben Becher ungeniessbarem entkoffeinierten Kaffee begaben wir uns in Position um das Simulationsgefecht zu starten. Wir griffen die verteidigende Gruppe mehrmals an und versuchten ihre Festung einzunehmen – immer wieder eine spassige Angelegenheit, besonders mit den Nebelkörpern. :)
Weiter ging es mit dem Aufräumen des Schiessplatzes und der anschliessenden Verschiebung in ein Hallenbad. Dort durften wir einige Längen schwimmen und uns kurz etwas erholen. Nach einem leckeren illegalen Hot-Dog ging es weiter zurück nach Hinwil, wo eine “Überraschung” auf uns wartete. Das diese Überraschung glücken sollte, war spätestens klar, als zwei Schützenpanzer 2000 auf unserem Übungsgelände standen. Mit den Panzern fuhren wir zum LBA Hinwil, wo uns eine kleine Führung erwartete, bevor wir wieder zurückfuhren und dabei gleich noch demonstriert bekamen, was passiert, wenn ein Panzer in einen Puch fährt. ;)
Dann hiess es Marschvorbereitungen treffen, Abendessen einnehmen und aufräumen. Wir verschoben kurz ins Dörfchen Girenbad, wo unser Rückmarsch starte. Dank meinen nicht vorhandenen Kartenlesekünsten liefen wir zuerst ein paar Leistungskilometer zusätzlich, bevor wir wieder auf der geplanten Strecke landeten. ^^ Der zweite Marsch verlief merklich ruhiger, da allen die Müdigkeit und die körperlichen Strapazen anzusehen war. Nach ca. der Hälfte hatte ich starke Fussschmerzen bei jedem Schritt, so dass die letzten 15 Kilometer alles andere als lustig waren. Beim letzten Verpflegungsposten – etwa 5 Kilometer vor der Kaserne – konnte ich glücklicherweise meinen Rucksack abgeben, was immerhin ein My Erleichterung verschaffte. Jetzt hiess es nochmals Zähne zusammenbeissen um schlussendlich um ca. 2 Uhr Morgens in die Kaserne einzumarschieren. Nun stand noch das Putzen des Gewehrs, der Schutzmaske und der Schuhe an, bevor wir endlich Duschen und einige Stunden schlafen konnten.
Um 8 Uhr war bereits wieder Tagwache. Das Aufstehen war ziemlich schmerzhaft, allerdings erwartete uns nun – wie bereits nach der ITT – ein Deluxe-Frühstück inkl. Rührei und Speck. Danach gings ans Aufräumen unserer Zimmer und anschliessend an die Hauptprobe unserer Beförderung. Nach dem Mittagessen spielten wir nochmals das Gröbste durch, bis um 14 Uhr dann die Feier startete. Resultat der elend langen Feier waren 5 neue Leutnants, 1 Hauptfeldweibel, 1 Fourier, 15 Wachtmeister und ein verlängertes Wochenende. Nur noch 8 Wochen…

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Samstag, 20. September 2008
Die Temperauren fallen, es wird langsam wieder Herbst. Der Sommer ist an mir vorbeigezogen, wie es nun die Blätter machen werden. Dafür ist nun das Ende langsam in Sicht. Die FGA neigt sich dem Ende zu, die Beförderung kommt näher, der Endspurt beginnt. Noch 9 Wochen in Grün…
Die letzte Woche war kurz, sehr kurz. So sollte eigentlich jede Woche sein. ;) Wir rückten erst am Montag Abend ein, bestritten zwei normale TD-Tage mit jeweils einem Ausgang am Abend und schon war wieder Donnerstag. Die freie Zeit wurde in unseren Kaderzimmern zunehmend hinter den Laptops verbracht, der Spore-Virus hat die Kader infiziert. ^^ Den Donnerstag Morgen widmeten sich die Rekruten etwas AGA-Repetitionen bis am Nachmittag die Übung Quarto startete. Wie bereits bei Primo – Tertio handelte es sich dabei um einen Marsch. 25 Kilometer vom Pfäffikersee bis nach Dübendorf. Die Strecke verlief überraschend gut und auch das etwas feuchtere Wetter und typische Nonsense-Befehle liessen uns die Laune nicht verderben. Zurück in der Kaserne konnten wir uns noch den Bauch vollschlagen und anschliessend bereits halb im Wochenende ins Bett fallen.
Die Kaderausbildung am Freitag bestand aus einigen FUM-Tests und nachmittäglichem Sport mit einigen Übungen, die nach einem Marsch nicht unbedingt sein müssten. *g*
Dadurch, dass die Berufskader gestern Freitag ihre Familien einladen konnten und ihre Ruhe haben wollten, konnten wir bereits um 16:30 in Wochenende abtreten. Für Kamerad Bitterli das letzte HV, der Glückspilz darf im Gegensatz zu anderen sein Studium beginnen – alles Gute nochmals auf diesem Weg! ;)
Wir anderen geniessen nun unser langes Wochenende und bereiten uns mental auf unsere Abschlussübung Terminato vor…
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Sonntag, 14. September 2008
Was der blöde Titel soll? Nun ja, das ist das Resultat einer – typisch Militär – wohl nicht so gelungenen Wahl der Marketingfirma. Was hier so dämlich klingt, ist der ernstgemeinte Slogan der bereits im letzten Post erwähnten Ausstellung Comm ’08 in Frauenfeld, welche die letzte Woche doch ziemlich geprägt hat.

Nach einem relativ gewöhnlichen Montag machten wir uns am Dienstag Morgen auf zur Hauptprobe dieser Kommunikationsausstellung. Armee und Kommunikation? Das kann ja nicht klappen – und genau so wars dann auch. Es herrschte ein einziges Chaos auf Platz, niemand wusste genau wer wann wie wo sein musste. Wir versuchten trotzdem unser Ding durchzuziehen, was aber wegen unserer Steinzeit-Technik nicht klappen wollte. Unsere Wettersonden liessen sich nicht eichen und unsere Verbindung zur Aussenwelt via Telefonkabel funktionierte natürlich auch nicht. Den typischen Spruch “Die neue Technik funktioniert sowiso nicht, lieber beim Alten bleiben, das verhält!” wagte nun niemand mehr auszusprechen – vielleicht lags daran, dass unsere Nachbaren ihre Daten via Wireless-Internet transportierten…
Am Mittwoch – dem ersten Tag der Ausstellung – sahs nicht anders aus. Unsere Sonden machten immer noch Probleme und wir waren quasi den ganzen Tag mit Abschalten und Neustarten der Anlage beschäftigt. Irgendwann schafften wir es dann, eine Sonde zu eichen und sie sogar in den Himmel zu schicken. Eine relativ magere Ausbeute, was aber nicht so schlimm war, da es sowiso kaum Besucher hatte. Der erste Tag war nur für Militärleute und die Herren mit den vielen dicken Nudeln auf den Rangabzeichen interessierten sich nicht besonders für die Wetterabteilung. Auch weder Sämi noch Chefchef ad interim, die schnell mit dem Helikopter angeflogen kamen, liessen sich bei uns blicken. Tja. ;)
Da die Comm eine öffentliche Veranstaltung ist, konnte ich dafür wieder einmal etwas fotografieren und endlich auch einige legale Bilder hier veröffentlichen. Viel Spass:

Der Donnerstag startete für mich dann um 5 Uhr morgens und ziemlich bald danach im ABC-Bereitschaftsgrad 2, die Kaderübung Centurion stand an. Wieder einmal etwas die Situation hinterfragend, warteten wir auf unseren Fahrer, den man erst noch aus dem Bett scheuchen musste und verschoben anschliessend in irgend ein Kaff. Von dort gings gut 3 Kilometer im ABC Vollschutz in den Wald, wo wir dann aber glücklicherweise von unserer Bekleidung erlöst wurden. Der Rest der Übung bestand darin, einige Anlagen aus dem kalten Krieg anzuschauen – ist extrem, was in der Schweiz überall alles in Boden und Berg steckt!
Am Nachmittag gings dann für mich auch schon ins Wochenende. Dieses verbrachte ich neben den wenigen Stunden Schlaf in meinem Bett zwar fast die ganze Zeit in Sumiswald mit Aufbauen, Fotografieren und Abbauen – doch es tat sooooo gut, wieder einmal für etwas Vernünftiges zu arbeiten! :)
Ach ja, morgen würde eigentlich mein Studium anfangen…
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Samstag, 13. September 2008
Nach einigem Kisten herumschleppen und Kabel legen, war dann gestern endlich alles bereit für die zweite Ausgabe Break the Silence. Bewaffnet mit meinem neuen 35mm f/2.0-Objektiv machte ich mich wiederum als Hoffotograf auf die Jagd nach Sujets. Seit heute Morgen ca. 05:30 sind die Fotos von gestern auf der offiziellen Seite online:

Wer jetzt Lust auf gute Musik bekommen hat, darf sich gerne heute Abend in Sumiswald blicken lassen. Um 19:30 öffnet der Chäschauer wiederum seine Türen. ;)
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Sonntag, 7. September 2008
Eigentlich ist der militärische Tagesablauf ja genau geregelt. 6 Uhr Tagwache, 11:50 Mittagessen, 22:00 ABV, etc. – ein seit eh und je unveränderter Zeitplan der an und für sich keinen Grund zu Diskussionen bietet. Ganz mühsam hingegen wirds, wenn alle Zeiten minutengenau eingehalten werden müssen, da es ansonsten ein riesen Tamtam gibt. Nicht unbedingt wegen der übertriebenen Pünktlichkeit sondern weil kein Mensch weiss, nach welcher Uhr diese Zeiten kontrolliert werden. So beträgt die Differenz zur Uhr im Lehrgebäude zu der am Gebäude U1 immerhin 4 Minuten. Diese am U1 stimmt aber wiederum nicht mit derjenigen im Gang überein (falls diese mal nicht durch fussballspielende Rekruten zu Schrott verarbeitet wurde) und diese im Gang zeigt nochmals eine andere Zeit als die Uhr im Esssaal. Dazu kommt, dass die meistens für den ZS verantwortliche Feldi-Uhr sowiso nochmals anders tickt…
Nun aber zur letzten Woche: Diese verlief bis Mittwoch ganz normal mit TD. Am Mittwoch Morgen verzogen wir uns dann nach Frauenfeld, wo wir für die in der nächsten Woche stattfindende Ausstellung Comm 08 unsere Sondierstation aufbauten. Am Nachmittag durften wir Wetterkader wieder einmal einen Ballon steigen lassen, wobei wir aber nicht gerade die beste Sonde erwischten – nach 15 Minuten blinkte nur noch ein Daten-Timeout auf unserem Rechner… Am Abend gings dann weiter mit dem Aufstellen einer scharfen Wache. Bis alles Material an seinem Ort war, liefs etwas chaotisch ab, anschliessend gings aber trotz Müdigkeit und Langeweile gut – jedenfalls gabs ausser einem Igel auf der Strasse keine Toten. ;)
Am Donnerstag Abend wurde alles wieder abgebaut und dann gings in den Ausgang. :) Leider war der Ausgang für einige von uns Kadern etwas zu gut, so dass wir schnell mal die Gerüchte vergassen, die aufgrund der erhöhten Marschbereitschaft in dieser Nacht herumgingen. Tatsächlich aber stand um halb drei unser Stabi im Zimmer und faselte etwas von Tagwache. So fanden wir uns alle eine halbe Stunde später – zum Teil noch recht alkoholisiert – in unserer Barake wieder und bereiteten Lektionen zum Thema Beobachtungsposten vor. Die nächsten Stunden waren äusserst witzig und genau so gings weiter, als wir am Nachmittag in irgend ein Kaff reisen mussten um dort Informationen zu holen. Dank einiger Kreativitätsanfälle übertrafen wir uns punkto Präsentation und Plakatgestaltung wieder mal selbst und zauberten einige Kunstwerke. :D
Als wir endlich im Bett waren, gings dann auch nicht mehr lange, bis wir ins Wochenende abtreten konnten. Nächste Woche wird für mich zum Glück relativ kurz, da ich am Donnerstag bereits beim Aufbau des nächsten Break the Silence Konzerts helfen werde.

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