Dass sich die technische Welt rasend schnell entwickelt, ist ja bekanntlich nichts Neues. Ich staune immer wieder, wievieles heute möglich ist, was man vor einigen Jahren noch nicht zu träumen wagte. Besonders extrem verhält es sich mit dem Voranschreiten bei Dateigrössen und Speicherplatz. Noch vor wenigen Jahren hatte ich über ein gutes altes Piep-Piep-Modem Verbindung zum Internet und ab und zu ein kurzes low-quality Video herunterzuladen war Luxus. Heute kann ich an einem Wochenende schnell mal ein paar Gigabytes saugen – und das ganze immer schneller. Ich staunte, als gestern plötzlich die Daten mit über 500 KB/s durch meine Leitung rasten. Eine kurze Suche lieferte die Erklärung: “Per 25. August 2008 erhöht Swisscom die Bandbreite ihrer Internetanschlüsse…”
Diese Steigerung der Verbindungsgeschwindigkeit ins Internet ist natürlich nur eine Folge des immer mehr unendlich scheinenden Speicherplatzes. Waren vor wenigen Jahren 50 MB für ein Mail-Konto bereits viel, habe ich heute bei GMail 7 GB; und täglich werdens mehr. Als ich vor vier Jahren meine erste Digitalkamera kaufte, zahlte ich für 256 MB auf einem Memorystick auch noch über 60 Franken. Heute gibts das achtfache für unter 20 Fr. Ebenso verhält es sich mit USB-Stickts und besonders Festplatten. Speicherplatz kostet immer weniger und lässt das IKEA-Motto Create more Space virtuell zum Einfachsten der Welt machen.
Wo Platz vorhanden ist, wird dieser Platz natürlich ausgenutzt. Was aber, wenn der vorhandene Platz de facto unendlich gross ist? Es sammelt sich immer mehr und mehr an und es ist keine Motivation mehr vorhanden, bestimmte Dinge auszumisten. Auch wenn ich mich selber eher als Sammler bezeichnen würde, bin ich mit dieser Entwicklung doch nicht ganz einverstanden. Was, wenn sich diese Hamster-Mentalität zunehmend auf die wirkliche Welt überträgt? Digital können wir alles verstauen (ob wir es dann auch wieder finden, wenn wir es brauchen, sei mal dahingestellt), unsere Regale, unsere Welt aber haben noch klar definierte Grenzen.
Nehmen wir das Beispiel Fotografie: Seit der digitalen Technik wird viel mehr geknipst, schliesslich können schlechte Bilder ja wieder gelöscht werden. Natürlich sehe ich diesen Punkt ebenfalls als grossen Vorteil, doch finde ich es nach wie vor wichtig, sich vor dem Abdrücken einige Gedanken zu machen. Ebenso in der Nachbearbeitung: Auch wenn ich theoretisch Speicherplatz für mehr Fotos habe, als ich je machen werde, wird bei mir trotzdem nach jedem Shooting so aussortiert, dass nur noch diejenigen Fotos bleiben, die ich zu früheren Zeiten in ein Album geklebt hätte. Qualität statt Quantität trotz unbegrenztem Raum.
Und bevor ich eine weitere externe Festplatte kaufen werde, werde ich sicher meine alte erst ausmisten – auch wenn der Zeitaufwand und die freigewordene Datenmenge in keinem Verhältnis zum Preis eines neuen Speichermediums stehen würde.




Fingeni interessanti Überlegigä!!
Ha dä Speedtescht o grad mau für mi müesse mache u bi uh erstuunt, müessti fasch am Fixu verzeuä: Haüber 4 Mbps u das mit Zapp! o___O Was isch passiert???
Hoffe, das wird dasmau ke LMAA-Wuche! ;)
Liebs Grüessli, Jeanine