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Archiv vom Juli 2008



Donnerstag, 31. Juli 2008

Der Anfang vom Ende

Anfangs März liess ich meine Haare auf Militärkürze trimmen und nahm mir vor, sie nicht mehr zu schneiden, bis ich Ende Juli entlassen werde. Richtig, Ende Juli – genauer gesagt der 31. oder ganz einfach ausgedrückt: heute! Wäre alles nach Plan verlaufen, hätte ich heute mit meinen Kollegen mein Zeugs packen und im Rollwagen (aka MuSchi) nach Hause schleppen dürfen, wo es eine Weile hätte verstauben können. Die RS wäre vorbei gewesen und ich hätte wieder ein normales Leben führen können – endlich wieder Zeit für mich und keine widersprüchlichen oder sinnlosen Befehle mehr. Aus, Ende, Schluss.

Doch bekanntlich kam alles anders – 21 Wochen sind nun vorbei, 16 folgen noch. Der Countdown beginnt also wieder von vorne und mit ihm spiele ich doch auch das gleiche Spielchen mit meinen Haaren noch einmal. Sobald sie wieder Länge “Wuschel-unkontrollierbar” haben, werde ich Tenü Grün dann auch endlich überstanden haben…

Samstag, 26. Juli 2008

Zum Verkauf

Nach knapp 3 Jahren trenne ich mich nun von meinem treuen 50ccm-Starter-Motorrad. Mit 16 Jahren unternahm ich auf dir die ersten motorisierten Fahrten und liess mich von dir an die eine oder andere abgelegene Stelle dieses Landes tragen. Nun befähigt mich mein Ausweis aber, grössere Maschinchen zu fahren und ab November habe ich genügend Zeit, um mit dem Gedanken zu spielen, die grosse Motorradprüfung zu machen. Es ist also an der Zeit, dich einem neuen jungen Motorradbegeisterten weiter zu geben und die Power unter meinem Hintern zu verstärken. Wer Interesse hat oder jemanden kennt, der Interesse hat oder jemanden kennt, der jemanden kennt, der evtl. Interesse haben könnte, darf gerne in folgender Ricardo-Auktion reinschauen:

> Ricardo: Rieju RS2 Matrix

Freitag, 25. Juli 2008

Gewitterlagen

Wer letzten Sonntagabend um 01:00 an der Kaserne Dübendorf vorbei lief, dürfte sich doch etwas gewundert haben. Stand doch die FULW RS 95-2 mucksmäuschenstill in Kolonnenlinien auf dem AV-Platz anstatt bereits eine Stunde gemütlich zu schlafen. Was da wohl geschehen ist? Ganz einfach: Der Herr Duschenpisser hat sich nicht gemeldet, der Feldweibel war stinkesauer und uns sollte nun etwas Bedenkzeit gegeben werden. Wir Gruppenführer waren vom Vorfall zwar nicht direkt betroffen, herumstehen mussten wir aber trotzdem. Während einige Lämpchen zählten, überlegten sich andere interessante Sachen – was einem in einer Stunde herumstehen nicht alles in den Sinn kommt…

Wie die Woche begonnen hat, verlief sie auch weiter: Am nächsten Tag gings nach gut 3 Stunden Schlaf wieder aus den Federn: Frühsport. Glücklicherweise fand ich nach vollständiger Vorbereitung meiner Lektionen noch etwas Schlaf, was den Rekruten natürlich nicht möglich war, so dass einige ziemlich müde in die Übung Secondo starteten. Trotzdem war die Motivation erstaunlich hoch und die Stimmung dementsprechend gut. Im Gegensatz zu unserer Secondo bestand diese Montagabendübung allerdings nur noch aus dem 10 km-Marsch – die spassigen Sachen wurden wegen zu hohen Zeckenrisiko gestrichen…

Trotzdem gabs wieder nicht viel Schlaf, Tagwache wiederum 0500, Kurzdistanzschiessen in Frauenfeld. Die Leutchens waren müde, die Disziplin liess nach, der Feldi war immer noch sauer und die Stimmung dementsprechend gereizt. Auch die Situation in unserem Zug eskalierte, als unser Zugführer sich entschied, nach HV Nachausbildung zu betreiben und mir so meinen verplanten und mit Freude erwarteten Ausgang um zwei Stunden kürzte. Vielen Dank nochmals an Andrina und Lisa für eure Geduld – ihr habt mir den Abend doch noch gerettet! =)

Die Woche ging in diesem Stil weiter, schliesslich war Mama Schulkommandantin ja im Urlaub und Onkel Feldweibel hatte endlich etwas freiere Hände. So wurden die Rekruten vor dem AV bevorzugt etwas herumgejagt anstatt über mehr oder weniger wichtige Neuigkeiten – zum Beispiel, dass der Armeechef zurückgetreten ist – informiert zu werden. Glücklicherweise konnten wir am Mittwoch in die – diese Woche theorielastige – Kaderausbildung und der Kompanie somit etwas den Rücken kehren. Nachdem nun auch unsere zuginternen Schwierigkeiten ausgesprochen sind, können wir die Situation sich übers Wochenende endlich etwas entschärfen lassen und positiv eingestellt einen kleinen Neustart wagen. Keep smiling. :)

(Wer sich übrigens fragt, wieso ich diesen Post bereits am Freitag Abend schreibe: Nein, ich habe immer noch kein iPhone, dafür heute mein 1-mal-in-7-Wochen-Freitagsabtreten ;))

Samstag, 19. Juli 2008

Halbzeit…

Mich nach zweimaligem herstellen der Zimmerordnung über das Wochenende freuend, machte ich es mir heute im Zug bequem, schnappte mir die erstbeste Zeitung und was finde ich da auf der Titelseite? Schon wieder den Mösiö Nef. Zum x-ten Mal in Folge muss ich mir die Visage unseres Armeechefs auf der Frontseite ansehen – da frage ich mich doch, wie es die Armee schafft, so viele Negativschlagzeilen zu bringen. Erst das Kanderunglück, dann die Zeckeninvasion und jetzt die “Affäre Nef” – obwohl duzende aus meiner Sicht sinnlose oder übertriebene Massnahmen getroffen werden, steigern sich die Meldungen. Gibt es auf dieser Welt sonst nichts spannendes? Jeder der im Militär war, weiss, dass es sich um einen absoluten Chaosverein handelt. Muss das also auch noch jeden Tag wieder in den Zeitungen erwähnt werden? Wenn ich doch immerhin an meinem eh schon zu kurzen Wochenende nicht auch noch von diesem grünen Unsinn verfolgt würde…

Naja, jedenfalls sind jetzt unsere ersten zwei Wochen als Gruppenführer um und an die neue Funktion habe ich mich auch so langsam gewöhnt. Zwar sind die Tage wieder bedeutend länger geworden, doch ist es eine interessante Erfahrung, vor Leute zu stehen, sie zu unterrichten und auch zu “erziehen”. Bisher lief es gar nicht so schlecht, die Lektionen konnten wir gut vorbereiten und durchführen und haben dabei zum Glück auch einige Motivation des Zuges im Rücken. Allerdings klappt es auch eine Stufe höher überhaupt nicht mit der so hoch geschätzten Information und Kommunikation, so dass es doch häufiger auch chaotisch zugeht. Nach 19 Wochen in grün hat man sich daran aber bereits erstaunlich gut gewöhnt. Apropos 19 Wochen, letzten Mittwoch hiess es doch tatsächlich Halbzeit. Jetzt nochmals so lange und es ist geschafft – ich weiss immer noch nicht, ob ich mich freuen oder heulen soll…

Diese Entscheidung schiebe ich aber gerne heraus und nutze das Wochenende, um etwas Schlaf zu tanken. Eine nächtliche Schuhputzaktion, frühe Tagwache wegen Schiessprogramm, eigene Nachtübung (inkl. “biwakieren” in einer Barake – böse, böse Zecken!) und zu guter Letzt die Ausgänge, die man der Abwechslung wegen doch irgendwie geniessen muss, zerren an der Nachtruhe. Und nächste Woche geht es weiter: Marsch, Schiessen und einige Solidaritäts- und Sanktionsübungen, von welchen sich die Rekruten noch überraschen lassen dürfen, stehen an. Evtuell geht es bereits Sonntags mit einer schlafarmen Nacht los…je nach dem ob sich lieben Rekruten, die nach dem Ausgang nichts besseres zu tun haben, als Dusche mit Pissoir zu verwechseln, immerhin die Courage haben, sich zu melden. Ich hoffe es jedenfalls – für mich und für die ganze (unschuldige) Kompanie…

Sonntag, 13. Juli 2008

Murphy’s Law

Anfangs Jahr habe ich mich bereits gefreut, diesen Sommer wieder an den Thuner Seespielen arbeiten zu können. Wie bereits bekannt, machten mir da die Herren in grün und braun einen Strich durch die Rechnung. Zumindest erhielt ich aber die Möglichkeit, die Vorpremiere zu besuchen – besser als gar nichts, oder? Natürlich startete der Samstag als einziger Tag in dieser Woche regnerisch, so dass die Durchführung von Anfang an in Frage stand. Als um 13.00 Uhr der Entscheid kam, die Vorpremiere planmässig durchzuführen, erfasste mich ein Schwung Motivation und guter Hoffnung in Petrus. Schliesslich sind wir als Wetterfrösche ja quasi Freunde. ^^
In Thun angekommen, verfeuchtigte sich das Wetter aber wieder zunehmend. Ich verkroch mich unter das Merchandisingzelt und half mit, den verzweifelten Leuten einige Ponchos anzudrehen, während der Vorstellungsbeginn verschoben wurde. Um 17.20 Uhr war es dann so weit, der Regen stoppte und West Side Story startete das erste Mal vor beinahe ausverkauften Reihen.

Letztes Jahr fragte ich mich immer, wie sich die Leute auf der Tribühne wohl fühlten, wenn die Vorstellung 15 Minuten unterbrochen wurde, weil es in Strömen regnete, während ich es mir im Staffzelt bei einem Kaffee gemütlich machte. Nun durfte ich es gestern endlich erfahren… Eine knappe Stunde nach Beginn des Musicals fielen erneut Tropfen, die sich schon bald in nasse Fäden verwandelten. Nun sass ich auch einmal mitten in den mit Coop-Ponches bedeckten und dem Regen trotzdenden Zuschauer. Man liess uns aber nicht eine Viertelstunde sitzen sondern brach die Vorstellung nach 5 Minuten aufgrund der aussichtslosen Lage ganz ab. Weiter gehts am Montag – natürlich nur für diejenigen Zuschauer, die dann nicht irgendwo im C-Vollschutz in einer Kaserne herumirren…

Und iPhones gabs auch keine mehr…

Samstag, 12. Juli 2008

Mil Abk

Mit Grüssen an unseren Kadi Stv, der mich gestern auf einen äusserst amüsanten Eintrag in der grossen Onlineenziklopädie aufmerksam gemacht hat, hier ein kleiner Exkurs in die Soldatensprache:

  • Arschlochbarriere: schwarze Armeeschokolade, da sie stopfend wirkt
  • Black tripper: (auch Black Mamba) Penis schwärzen mit Schuhcreme
  • Dreigänger: spöttische Bezeichnung für das alte (1-Gang) Fahrrad. Drei Gänge: fahren, stossen, tragen…
  • EKG: Eier-Kontrollgriff, unangenehme Untersuchung der Hoden auf Leistenbruch (Hernia inguinalis) bei der Aushebung (Musterung)
  • flüssiger Sonnenschein: strömender Regen (auch: “Die Sonne scheint in Strömen”)
  • Hackfleisch: Frischer Absolvent der RS; Wird im ersten WK zum Hamburger
  • Hü Hü Hü: 3 Punkte Befehl für ein Pferd
  • Jugomat: Bezeichnung für Seriefeuer
  • KANU-Rapport: Kaffee und Nussgipfel-Rapport, Pause des Kaders
  • KleMaDuSi: Kleiner, magerer, dummer Siech
  • Knif: Kommt nicht in Frage
  • Mars laden: Als Bestrafung/Schikane wird anstelle normaler Munition ein Schokloadenriegel in die Patronenkammer gesteckt und eine Ladebewegung gemacht. Die Reinigung kann mehrere Stunden dauern…
  • RIDATS: Rekruten-in-den-Arsch-Tret-Stiefel, von Offizieren bevorzugte Fallschirmspringerstiefel
  • SABTA: Sicheres Auftreten bei totaler Ahnungslosigkeit (als Führungsgrundsatz)
  • Schnefno: Übungskritik in Kurzform: Scheisse, nicht erfüllt, noch einmal
  • Streberbalken: Rangabzeichen eines Gefreiten. Auch Arschlecker-Pommes-Frites genannt.
  • ZZZ: Motto der Artillerie: Z’wenig, z’churz, z’spaat. Alternativ auch Motto des Kaders: Zuschauen, Zweifeln, Zusammenscheissen

Die ganze Liste ist hier zu finden: http://de.wiktionary.org/wiki/Verzeichnis:Soldatensprache_der_Schweizer_Armee

Viel Spass :)

Sonntag, 6. Juli 2008

Fotos Mittelaltermarkt Huttwil

Ab sofort sind einige Bilder vom Mittelaltermarkt in Huttwil online. Für alle, die interessiert sind: Der Markt ist auch heute Sonntag noch geöffnet – und ein Besuch lohnt sich auf jeden Fall. ;)

PS: Und wenn ihr schon mal in der Nähe seid, probiert unbedingt die Emmentaler Naturdroge Nr. 1: Gondiswiler Leitungswasser! *g*

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