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Archiv vom April 2008



Samstag, 26. April 2008

Big Brother is watching you

Erst gleich einmal einen Gruss an all die Damen und Herren, die von unseren Steuergeldern dafür bezahlt werden, den ganzen Tag das Internet zu durchsuchen und nach bösen AdA-Bloggern Ausschau zu halten. ;)
Selbstverständlich werde ich aber auch, nachdem mein letzter Blogeintrag als Negativbeispiel auf einer Powerpointpräsentation gelandet ist, weiterhin aus meinem grünen Alltag berichten. Allfällige Beschwerden sind bei mir oder beim nächsten Polizeiposten einzureichen. :P

Und nun zu einer Quizfrage: Wie weit läuft man bei einem “ungefähr 15 km-Marsch”? Richtig, nach unserem nach einer Schokoladenglace benannten Oberleutnant sind dies ca. 25 Leistungskilometer. (Siehe dazu auch den Eintrag von Kollege Schnüriger, der sich die Mühe gemacht und das ganze ausgerechnet hat) Und das ganze natürlich bei strömendem Regen von Anfang bis Ende, teilweise extremer Steigung, einer Stunde in ABC-Vollschutz und Abendessen im Schlamm kochen. Immerhin blieb dieses mal genug Zeit, den Übung-Ende-Hot-Dog halbwegs zu genissen.
Als es am nächsten Tag immer noch in Strömen regnete war die Stimmung natürlich auf dem Nullpunkt – genau der richtige Zeitpunkt für die wichtige Inspektion durch die Schulkommandantin…

Glücklicherweise schnitt unsere Kompanie aber “gut” ab und selbstverständlich verteidigte unser Elitezug seinen ersten Platz. Da kann Zug 4 so laut schreien, wie sie wollen. ;P

Auch der Rest der Woche war grösstenteils durch Regen geprägt, mein heutiges Unwort lautet aber trotzdem “Materialkontrolle”…
Am Donnerstag Abend durfte die FULW RS 95-1 ihren zweitletzten AGA-Tag im Ausgang feiern und die armen (grösstenteils unfreiwilligen) Kaderanwärter durften eine unglaublich mühsame Materialkontroll-Übung bestreiten. Nachdem die Auslegeordnung auch das zweite Mal nicht in Ordnung war, konnten wir unsere Kenntnisse aus der Stressbewältigungslektion gleich praktisch anwenden und unser lieber Feldi durfte merken, dass wir nicht alles mit uns machen lassen.

Nach einer weiteren Materialkontrolle am nächsten Morgen wurden wir Kaderleutchens dann ans Arsch der Welt, nach Oberurnen, verlegt und anschliessend in Näfels im Rahmen einer unglaublich kitschigen Veranstaltung zu Schrägstrichträgern (Soldaten) befördert. Anschliessend gings nach einem Apéro auf den laaaangen Heimweg. Endlich Wochenende!

Und bevor ichs vergesse, hier noch meine neue Adresse:

Sdt Sascha Hähni
FULW UOS 95-1
Kaserne
8600 Dübendorf

Samstag, 19. April 2008

Zur Kenntnisnahme

Nach einem weiteren Gespräch mit einem fast gar nicht eingebildeten und arroganten Stabadjutanten am Montag ist es seit gestern also definitiv: Rekrut Hähni ist ab übernächster Woche angehender Wetterunteroffizier und darf sein Studium absagen, den Sommer abschminken und seine sorgfälltige Zukunftsplanung über den Haufen werfen. Ohne Diskussion, Wenn und Aber. Danke Herr Rothenberger…

“Weitermachen” wäre also ein sehr passendes Unwort der Woche, doch fällt meine Wahl trotzdem auf ein anderes: “Lastwagenverschiebung”. Für die Übung “Difesa”, welche 2 Tage in strömendem Regen bzw. Schnee draussen stehen und schiessen bedeutete, mussten wir pro Weg 1.5 Stunden in den sehr unbequemen Lastwagen aufeinander sitzen. Eingeschlafene Gliedmassen, Druckstellen und blaue Flecken am ganzen Körper und halb abgefrorene Finger waren die Folgen davon. Ansonsten war die Schiesserei aber ziemlich spassig, auch wenn es praktisch unmöglich ist, mit der Schutzmaske zu zielen und die Einschlagposition einiger Projektile höchstens geschätzt werden konnte.
Witzig war dann auch das Ende der Übung, das aufgrund von Schlafmangel einige unkontrollierte Lachattacken hervorrief. Unterstützt wurden diese netterweise auch vom Kommandanten, der aus Gründen, die ich jetzt nicht öffentlich mutmassen möchte, extrem angeheitert zum AV erschien und aufgrund einiger Lachanfälle nicht in der Lage war, dieses durchzuführen. ^^

Zur Abwechslung einmal sinnvoll war die CPR-Ausbildung am Mittwoch, bei welcher wir einige Zeit High-Tech-Puppen beatmen konnten, die anschliessend eine detaillierte Analyse der Leistung herausgaben.

Leider reichte es mir wegen einigem Punkteabzug aufgrund der Zimmerordnung gestern nicht zu einem Leistungsabtreten, was meine Stimmung, die sowiso bereits auf dem Nullpunkt war, nicht wirklich bessern konnte. Krampfhaftes Suchen nach positiven Dingen war gefragt. ;)

Schönes Wochenende allerseits!

Sonntag, 13. April 2008

Spende Blut, rette Leben

Am Freitag durfte die Kompanie zu – wie es jemand ziemlich passend an der Dienstbesprechung formuliert hatte – “einer der sinnvollsten Übungen dieser RS” antreten; Blutspenden war angesagt. Das ganze war natürlich freiwillig – soweit man mit einer Repetition der letzten 5 Wochen in kompletter Ausrüstung als Alternative von freiwillig sprechen kann. Mit einem halben Liter Blut weniger nahm die Leistungsfähigkeit der Kompanie natürlich ziemlich ab, so dass unsere Kader einsehen durften, dass ihr geplanter Fussballmatch in ABC-Vollschutz wohl nicht besonders sinnvoll wäre.

Ansonsten war die Woche hauptsächlich von Regen und dem Orientierungslauf an meinem Geburtstag geprägt. Glücklicherweise konnten wir diesen als letzten Zug bei einigermassen trockenem Wetter durchführen und dank Kollege Müller, der mich von Posten zu Posten gepusht hat, reichte es glücklicherweise wieder für ein Leistungsabtreten. =)

Kulinarischer Höhepunkt der Woche war das Abendessen am Mittwochabend, zu dem es tatsächlich einen Döner Kebab und eine Crèmeschnitte zum Dessert gab. Viel mehr gibt es nicht zu erwähnen – der angedrohte Prontoalarm wurde wieder verschoben und einige durften merken, dass man nicht hackedicht aus dem Ausgang zurückkommen sollte. *g*

Aja, ich habe mir noch überlegt, jede Woche ein “Unwort der Woche” zu küren. Heute wäre dies “Kampfkomplett”, die Anweisung in Vollausrüstung anzutreten, die ich gegen Ende Woche definitiv nicht mehr hören konnte. (An alle Rechtschreibprofis und solche die es werden wollen: Mir ist bewusst, dass man “Kampf komplett” in zwei Wörtern schreibt. Allerdings wäre es dann kein einzelnes Unwort mehr, weshalb ich mir dieses Redesign gerne erlaube. Ausserdem kann ich nach den unzähligen Powerpoint-Präsentationen mit katastrophalen Fehlern eh nicht mehr richtig Deutsch…)

Zu guter Letzt noch einen Riesendank für die beiden Fresspäckchen, habe mich natürlich riesig gefreut! :)

Samstag, 5. April 2008

Grundsätzlichkeiten

Grundsätzlich wäre ja alles bestens geregelt, funktionsfähig und sinnvoll – dies gilt natürlich besonders bei den Männchen (und grundsätzlich seltener Weibchen) in Grün. Grundsätzlich werden dort Fragen auch mit einer mit “grundsätzlich” beginnenden Antwort beantwortet, um die Grundsätze einer grundsätzlichen Theorie klarzumachen. Natürlich entsprechen diese grundsätzlichen Theorien bzw. theoretischen Grundsätzen der Praxis relativ selten, so dass der tatsächliche militärische Alltag häufiger sinnloser ist als dieser erste Absatz.

Glücklicherweise gibt es aber auch solche Grundsätzlich-Sätze, die äusserst erfreuliche Auswirkungen haben können. So beginnt das Wochenende “Grundsätzlich am Samstag Morgen”, es sei denn, man hat in der Wochenprüfung gut abgeschnitten. Da diese Prüfung in dieser Woche ausschliesslich theoretisch und zugleich zu mehr als der Hälfte identisch mit der Letztwöchigen war, durfte ich Gestern Freitag in den Genuss eines solchen Leistungsabtretens kommen. :)

Überraschenderweise war aber auch der Rest der Woche ziemlich kurzweilig und abwechlungsreich: Vom 10 km-Marsch inkl. Verpflegung im Wald, Schleichen und Verstecken, Tarnen und anschliessender Vorführung von Restlichtverstärkern und sonstigen Spielsachen für nachtaktive Militäris über Herumspielen mit Funkgeräten bis hin zu diversen Schiessübungen war alles dabei. Und natürlich dürfen auch die beiden Ausgänge nicht unerwähnt bleiben. ;)

Bleibt nur noch das Problem, dass ich plötzlich im Visier des Herren mit den 4 Ecken auf seinem Gradabzeichen gelandet bin. Und dieser Mösiö ist leider derjenige, der “grundsätzlich jeden” zum Weitermachen zwingen, äh pardon, verpflichten kann…

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